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Facts
Was dies hier mit "Schulblick" zu tun hat? Vordergründig oft nicht viel. Schaut man jedoch genauer hin, dann sieht man sehr wohl strukturelle Affinitäten, die ein Nach- und Überdenken lohnen. Und wer hätte es denn schon vergessen, dieses "non scholae sed vitae discimus"? Wir lernen doch fürs Leben und nicht für die Schule, sie ist doch letztlich nur Mittel zum Zweck. Oder sollte es zumindest sein. Also stets über den Tellerrand hinausschauen, auch wenn es anstrengend, bisweilen sogar furchteinflößend ist ...
Wieviel Obrigkeitsstaatlichkeit vertragen eine Demokratie und die sie (mit-)tragen sollenden Institutionen?
Folgende interessante Informationen, die wenigstens hinsichtlich sorgfältiger Beachtung, Überprüfung und weiterer Beobachtungen der Entwicklung einschlägiger Denkhaltungen zu unterziehen und zu hinterfragen wären, wurden bei www.gew-oberfranken.de/Glocke/seite4 im Januar 2011 gefunden:
1. Auffälligkeit:
Ein nachdenklich stimmender Aushang in einem nordbayerischen Lehrerzimmer:
Das Ministerium für Unterricht und Kultus informiert:
„Immer wieder müssen Wir feststellen, dass es Bedienstete gibt, die glauben, gewisse Vorschriften ignorieren zu können, weil sie der irrigen Meinung erliegen, diese seien unsinnig oder gar überflüssig.
Dazu ist anzumerken, dass es in der Natur der Vorschrift liegt, Vorschrift zu sein und sich von daher jede Diskussion über Sinnhaftigkeit, Zweckmäßigkeit etc. per se verbietet.
Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf die Aussage des Großen Kurfürsten (obgleich Preuße):
ES IST DEM UNTERTANEN NICHT GESTATTET, DEN MASSSTAB SEINER BESCHRÄNKTEN EINSICHT AN DIE ENTSCHEIDUNGEN DER OBRIGKEIT ZU LEGEN.
Leitsätze wie diese haben dem deutschen Beamten seit jeher Rückhalt und Sicherheit in stürmischen Zeiten gegeben und werden auch künftig Leuchttürme im Meer der Hilflosen und Chaoten sein.“
Unter anderem stellt sich mir zuvorderst folgende Frage: Handelt es sich hier tatsächlich um eine "Information" von oben oder hat hier "nur" eine findige Lehrkraft die eigene Auffassung und Einschätzung, generiert aus diversen Erfahrungen mit eben jenen "von oben", über vorgesetzte Dienststellen in der Form einer verfremdeten Abhandlung kundgetan?
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2. Auffälligkeit:
Was sich Eltern wünschen!
Bei der Beurteilungsrunde 2009 gab das Ministerium selbstverständlich keinen Notenschnitt vor - aber 3,6 wurde schon erwartet. Da müssen die SchulleiterInnen also ihren LehrerInnen häufiger eine 4 oder 5 verpassen als eine 3 oder gar eine 2!
Damit die Note 4 für die KollegInnen an seiner Schule leichter zu verschmerzen war, hat ein Beurteiler folgenden Satz losgelassen:
„Ein Lehrer, der mit 4 beurteilt wird, ist ein Lehrer, den sich die Eltern für ihr Kind wünschen.“
Also nichts wie her mit der 4. Damit gibt es zwar dann keine Höherstufung im Gehalt, aber dafür kann sich der Kollege freuen, bei den Eltern einen Stein im Brett zu haben! Ist doch auch was Schönes!
Anmerkung: Über dieses mehr als merkwürdige Beurteilungswesen habe ich mich an verschiedenen Stellen (auch an vorgesetzte Dienststellen bis hin zum Ministerium!) mehrfach geäußert; vor allem stelle ich die Beurteilungskompetenz vieler Beurteilenden in Zweifel. Diese betreffen sowohl die häufig fehlende Fähigkeit zur Abstraktion eigenen Projektionsverhaltens und zur Kontrolle eigener persönlicher Schwächen im eigentlich gebotenen sozialen Miteinander, aber auch die fehlende Nähe zu dem der Beurteilung zugrunde liegenden Alltagshandeln und der Unterrichts- als auch Erziehungsrealität, um nur zwei wesentliche Aspekte hier kurz anzusprechen.
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3. Auffälligkeit:
So mancher Blick in manche Schule fördert zutage: auch im Ambiente ist nicht alles Gold, was man nach außen als Glanz zu verkaufen versucht. Beschmierte Wände, ekelhafte Toiletten, beschädigter Wandputz, zerstörtes Mobiliar, Verantwortungslosigkeiten im Umgang mit Materialien, Geräten und anderen Hilfsmitteln, Unrat und Dreck auf den Fußböden, und noch andere Widrigkeiten -- all das ist leider auch Alltag an so manchen Schulen (wie er selbst in den Medien immer wieder aufgezeigt wird ...).
Es sind also vor allem zusätzlich auch materielle "Zustände", welche ein angenehmes Lernambiente verhindern. Das "Verursacherprinzip" in solchen Fällen? Wird häufig mißachtet, ignoriert. Bleibt ungesühnt. NIcht selten extrem unverantwortlicher Umgang mit dem, was einem von der Allgemenheit bezahlt und als Hilfe sowie Unterstüzung beim Lernen innerhalb von Schulen zugedacht ist ... (Frage: Weshalb zerstören, beschädigen, verunreinigen manche Menschen immer wieder auch das, was ihnen eigentlich helfen sollte, weshalb gehen so manche Zeitgenossen mit anvertrauten Gütern so sorglos um, ja warum merken sie eigentlich nicht, was ihnen eigentlich zum Wohle gereichen sollte?)
Manch Mensch ...
Manch Mensch in seinen Freizeitgelüsten
tut sich gar oft gern mit Stärke brüsten;
zerstört dabei unschuldig Gut,
weil es so gelüstet seine Wut.
Lauthals wird herum krakeelt,
mit Suff die Umwelt dann beseelt,
mit Unrat wird die Welt bedacht,
weil es jenen so nur Freude macht
Und schaut man sich danach gut um
Fällt es auf: wie ist der Mensch doch dumm!
(fagusarua)
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