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Über Kommunikation
Es lebe das Verstehen
oder: die Crux mit den Kommunikationsstörungen
Einige Beispiele aus der Alltagspraxis sollen zeigen, wie Kommunikation zur Absurdität verkommt, ja, wie sie nicht selten Ausfluß irgendwelcher ideologischer Blendungsversuche, seien sie bewußt oder unbewußt angesiedelt, ist.
Kommunikation soll eigentlich dem Verständnis, dem Verstehen dienen. Mit anderen Worten: Man will / sollte herausfinden, was andere tatsächlich meinen, ausdrücken wollen, wenn sie kommunizieren.
Immer wenn Menschen aufeinander treffen, findet Kommunikation, findet Austausch statt. Viele kennen Paul Watzlawicks empirisch erhärtete These, wonach man “nicht nicht kommunizieren” könne. Um das extreme Beispiel des Schweigens zu nehmen: Natürlich wird damit kommuniziert, wenngleich in diesem Fall die Interpretation dessen, was der Sender ausdrücken möchte, nicht selten besonders schwer sein dürfte. Die von der lateinischen Sentenz bekannte Feststellung, wonach derjenige, der schweigt, zustimmt, ist selbst in dieser Form vom Original nicht so ableitbar. Wörtlich hatte Papst Bonifaz VIII, siehe Liber sextus decretalium, nämlich gesagt: “Qui tacet, consentire videtur.” (a.a.O., 5,12,43) Und dieses “videtur” wird in der populären Interpretation oft gerne (aus ideologischen Gründen?) übersehen bzw. unterschlagen. Schweigende scheinen also zuzustimmen, es hat also nur den Anschein, daß es so sein könnte (oder in engerer Auslegung: so ist). Dieser Satz des kanonischen Rechts findet man übrigens dann auch im Corpus juris civilis wieder.
Dem Schweigen wird also hier eine subjektive Deutung unterlegt. Als seinerzeit Thomas Morus beharrlich zu allen Fragen und Vorwürfen, die Heinrich VIII und seine Helfershelfer (allen voran der unselige Kardinal Wolsey, dessen geistesverwandter Typus bekanntlich auch in der modernen Politik nicht gerade selten sein Unwesen treibt) bezüglich seiner Einstellung gegenüber Gott, Kirche und Staat schwieg, eben weil er falsche Deutungen vermeiden wollte, konnte er letztlich nicht verhindern, daß sein Schweigen ihm damaligen Machtgezerre und Habgiergefüge negativ ausgelegt wurde, was dann letztlich zu seiner Ermordung (“Todesstrafe”) führte.
Was für den gesamten Kontext im Rahmen von Kommunikation gilt, trifft auf die exponierte Kommunikationsform des Schweigens besonders zu: Ziel muß es bleiben, herauszufinden, was die Absichten und Mitteilungen des Signalgebers sind und nicht das in die Wahrnehmungsformen hineinzuinterpretieren, was man selbst gerne als Lösung “verstehen” möchte. Karl Jaspers hat dies in einzigartiger Klarheit einmal formuliert: “Das Bemühen um Verständnis und Interpretation von Texten kann in eine Bodenlosigkeit geraten, wenn es, statt klar auf die Meinung des Sprechenden oder Schreibenden zu gehen, sich vielmehr auf die Sprache, die Worte, die Möglichkeiten der Sache in den Worten wendet. Die Grenzenlosigkeit möglichen Bedeutens scheint der Auslegung beliebigen Raum zu geben. Es ist möglich, aus irgendwelchen Texten, welche als autoritativ anerkannt werden, fast jedes beliebige Problem herauszuholen. Das Philosophieren in Form von Kommentaren zu vorliegenden Texten hat immer wieder diese abstrusen Formen angenommen. Aus Anlaß gegebener Texte werden nicht diese verstanden, sondern in der Scheinform des Verstehens eigene Gedanken entwickelt.” (Karl Jaspers, Die Sprache, München 1964, S.17)
Man kann in jenem beachtenswerten Text “Sprache”, “Worte”, etc. durch “Schweigen”, “Signale” ersetzen und erhält dieselbe Interpretationsproblematik.
Wahrscheinlich um diesem Problem auszuweichen, haben einige sich wohl als besonders klug dünkende Leute bei Abstimmungen die Form der Stimmenthaltung eliminiert, also nur mehr Zustimmung oder Ablehnung zugelassen; vielleicht glaubt man so, eine Spezialform des Schweigens mit ihrer Eigenschaft der immanenten Interpretationsunsicherheit umgehen zu können. Dabei übersehen jene Geistesgrößen freilich, daß “Enthaltung” sehr wohl eine Form des “Schweigens” sein kann, weil man eben über jenen Sachverhalt sich nicht für kompetent genug hält, ein Urteil fällen zu können. Schweigen also als Ausdruck von “Es tut mir leid, ich kann hier kein Urteil fällen” – wohl in den meisten Fällen als Ausdruck von fehlendem und nicht voreilig korrigierbarem Mangels an Sachkenntnis und weniger wohl als Zeichen vorhandener Feigheit, sich zu einer Entscheidung zu bekennen. Oder um es mit dem bekannten Redner Cicero zu sagen: “Noli ex taciturnitate nostra, quid aut probemus hoc tempore aut improbemus, iudicare.” Also man darf aus dem Schweigen keinen Schluß ziehen, was Schweigende zur Zeit billigen oder ablehnen.
Übrigens ist dieses Verfahren des “Enthaltungsverbots” Bestandteil bei Beschlußfassungen in Lehrerkonferenzen; die Abstimmungsregelung zwingt hier zu Zustimmung oder Ablehnung. Wie unangemessen dieses Verbieten von Enthaltungen ist, zeigt zum Beispiel, daß eine Lehrkraft dann auch über Schüler abzustimmen hat, die sie persönlich überhaupt nicht gut genug kennt, sei es, daß jene nicht in ihren unmittelbareren “Betreuungsbereich” fallen, sei es, daß keine ausreichenden Beurteilungsbezüge oder Urteilsgrundlagen vorhanden sind. Eine davon betroffene Lehrkraft wird sich also nolens volens an Vorgaben anderer Lehrkräfte orientieren müssen – dies mit allen Unwägbarkeiten hinsichtlich “richtiger” und “angemessener” Urteilsfindung. Es wird hier durch die Stimmenaggregation eine falsche Quantität geschaffen, die eine Gewichtung suggeriert, die jedoch auf einer falschen Basis beruht; einer brauchbaren und einigermaßen gerechten Beurteilung der jeweiligen Einzelfälle gerecht werdende entsprechende qualitativen Aspekte wird man hier obendrein vergeblich suchen. Daß gerade in einem Bereich, wo soziale Interaktion besonders intensiv und grundlegend konstitutiv wirkt, eine derartige Simplifikation sich breitmachen und etablieren konnte, sollte nachdenklich stimmen und spricht Bände ...
Nun steht Schweigen natürlich nicht isoliert im Kommunikationsraum, sondern wird in den allermeisten Fällen durch Mimik, Gestik und andere suprasegmentale Phoneme begleitet, was beim Versuch einer Interpretation durchaus hilfreich sein kann; eine Art von “endgültiger” Sichtweise über den Ausdruck des Schweigens im Sinne einer positiven Festlegung in welche Richtung auch immer dürfte dennoch fast immer deplaziert sein. Dies gilt beim Versuch des Anbaggern von Frauen (respektive Männern) hin bis zu Foren philosophischer Diskussionen. Schweigen ist zunächst immer nur: Schweigen. Auch sollte über die Möglichkeit, daß jemand schlicht schweigt, weil er oder sie einfach nur dumm und/oder töricht ist, nicht oberflächlich hinweggesehen werden. “Taciturnitas stulto homini pro sapientia est.” (Publius Cyrus) Und es ist wirklich nur eine immer wieder aufzeigbare Tatsache, daß des Toren Schweigen Ersatz für seinen ihm letztlich doch gnädigerweise gegebenen Anteil an rudimentärer Weisheit ist bzw. sein kann. Der schwierige Grat jedoch, der Schweigen gebietet bzw. verbietet, der steht wohl nur den Gescheiteren offen und sollte aber auch behutsam wie konsequent begangen werden. Oder um es mit Anastasius Grün zu sagen: “Zur Unzeit wird des Weisen Schweigen / Das Törichste, das er ersann, / Doch allzeit bleibt des Toren Schweigen / Das Weiseste, das er begann.” Bliebe dann nur noch zu hoffen, daß die Wahrnehmer der entsprechenden Botschaften sich in die Lage versetzen können und wollen, Schweigen bzw. Nicht-Schweigen jeweils als die Mitteilung zu encodieren, als die der Sender sie verstanden wissen wollte.
Vielleicht ist der Hinweis, daß der zwar mühseligere Weg des Sich-um-Verstehen-Bemühten letztlich zu eigener Weiterbildung und Reifung führt, also die eigene Entwicklung befördert, also einer positiv verstandenen Neugier, der immer wieder von allen Seiten zumindest verbal geforderten Offenheit, zuarbeitet und zu tieferem Verständnis führt, ein Anreiz, sich nicht auf die einfache und vereinfachende, meist stark verfälschende Kommunikationsarmut, wie sie der großen Masse zu eigen ist, zu reduzieren. Suchen wir also die Spannung, zu erfahren, was andere tatsächlich ausdrücken, nicht zuletzt aus Gründen des Eigennutzes ...
1. Beispiel: Signal “Ich gebe keine Hand, weil ich Ansteckungen fürchte.”
oder: Wir tragbar ist ein solche Lehrkraft für Schüler und Umwelt?
Nun kann man der (deutschen) Art des Begrüßens und Verabschiedens mittels Handschlag durchaus distanziert gegenüber stehen. Wer will auch schon jedem x-beliebigen die Hand schütteln. Oft wäre größere Distanz das persönlich vorgezogene Mittel. Aber vor dem Hintergrund dieses allgemeinen Verständnis gilt es auf Differenzierungen zu achten.
Eine weibliche Lehrkraft tönt jedermann ins Ohr, sie gebe niemanden mehr die Hand, es gäbe da “ja Ansteckungsgefahren, von denen man sich überhaupt keine Ahnung verschafft hätte”, sie werde sich “diesen Gefahren nicht aussetzen.” Nun ist es eigentlich ziemlich egal, wie dämlich und hypochondrisch jemand seine Stellung innerhalb einer Gemeinschaft zu definieren trachtet, solange dies ausschließlich mehr oder weniger den eigenen (begrenzten) Horizont betrifft. Sehen wir einmal davon ab, daß besagte Lehrerin im fortgeschrittenen Alter, immer noch nicht gelernt hat, daß viele der von ihr gefürchteten Krankheiten (sie erwähnte auch die Novoviren) durch sogenannte Tröpfcheninfektionen ausgelöst werden, somit sie sich besser in ein Ganzkörperkondom einwickeln sollte, um so eine neue, andere Form etwas sicherer Lebensweise zu generieren. “Stupid is as stupid does” entfaltet dann eine geringe Wirkung für die Umwelt, wenn man dieses Spielchen im Zentrum eigener personaler und räumlicher Beschränktheit und inmitten ebensolcher Grenzen betreibt.
Nun kommt anläßlich einer Verabschiedung in die Weihnachtsferien ein Mädchen freudestrahlend auf diesen Althypochonder zu, will ihre Grüße und Wünsche mit Handschlag bekräftigen, hört dann aber ein abweisendes “Die Hand gebe ich dir aber nicht, weißt du, da können sich so viele Krankheiten übertragen.” Dem Kind fällt das Gesicht zusammen. Wenn man dann noch bedenkt, daß gerade dieses Kind mit sehr vielen Problemen zu kämpfen hatte und immer noch hat, sich sozial aufzuschließen (dies rührt teilweise von sehr schlimmen traumatischen Erlebnissen in ihrer Kindheit her), dann kann man leicht ermessen, was dieses alternde “Sozialtrampeltier” mit ihrer Äußerung kaputt gemacht hat. Ob der Hintergrund für dieses nicht nur unpädagogischen sondern auch allgemein unhöflichen Verhaltens reine Egozentrik, Unfähigkeit zur Empathie, reine Dummheit, mangelnde Berufskompetenz oder was auch immer war, dürfte für das jenes Mädchen betreffende Ergebnis unerheblich sein. Für das Kind ist es ein herber Rückschlag.
Wir sehen an diesem Fall: Nicht immer ist eine Interpretation dessen, was kommunikative Signale auslösen unbedingt notwendig, um die Wirkungen derartigen Verhaltens auf andere zu erfassen. Wer jedoch sich näher mit dem Urheber von diesen Sozialstörungen auseinandersetzen möchte, zum Beispiel im Rahmen von (medizinischer) Analyse oder aus anderen professionellen Gründen, der wird sehr wohl zu interpretieren haben, inwieweit Selbstüberschätzungen, krankes Geltungsbedürfnis, Hilfeschreie um Aufmerksamkeit, Kompetenzreduktion, um nur einige Aspekte zu nennen, handlungsstiftend sind. In diesem besonderen Fall ist auch auffällig, daß sich diese Lehrkraft, die nicht fähig ist, einem sich um Aufgeschlossenheit bemühtem Kind mit Warmherzigkeit zu begegnen, immer dann in den Vordergrund drängt, wenn es gilt, Schlüsselpositionen in Gremien zu besetzen. So führt gerade sie in einer Gruppe, deren erklärte Zielsetzung die Verbesserung des sozialen Miteinanders ist, das große Wort.
Nun nochmals: die Auswirkung des Verhaltens (im sozialen Kontext) ist die eine Seite, die subjektive Problematik jener “Lehrkraft” die andere. Für den Aspekt, ob eine solche Person, die sich permanent von Krankheitskeimen äußerst bedroht sieht, im intensiven sozialen Miteinander und Austausch einer Klassenzimmersituation überhaupt geeignet sein kann, genügt die Beantwortung der Frage, ob sich diese Person den sozialen Gegebenheiten, so wie sie sind, überhaupt stellen kann.
Im vorliegenden Fall meine ich: Sie ist sicherlich als Lehrkraft völlig ungeeignet.
Denn zu einem fähigen Erzieher gehört vor allem auch die Einstellung, sich auf die Nähe mit anderen Menschen einlassen zu können. Daß hierbei auch die von jener Mamsell so gefürchtete “Ansteckungsgefahr” eine Rolle spielen kann, ist doch offensichtlich. Im vorliegenden Fall wird zudem die Kluft zwischen Theorie und Praxis dadurch deutlich, daß trotz offensichtlicher Unfähigkeit und fehlender Bereitschaft zur Akzeptanz der normativen Kraft des Faktischen diese Bewußtseinskluft durch Wortschwadronierungen in Form großartigen Aufsprechens und lauttönenden Belehrungen anderer sowie durch Selbstbeweihräucherung eigenen Tuns (das jedoch der Überprüfung selten Stand hält) überdeckt und/oder verdräng wird.
Es wurde mir berichtet, jene Frau “sei über jeden Selbstzweifel erhaben.” Nun sind jedoch derart viele Indizien vorhanden, die den Schluß nahelegen, daß diese Selbsteinschätzung eher krankhaften Ursprungs zu sein scheint als auf legitimer Grundlage basieren kann.
Dieses Beispiel zeigt vielerlei Aspekt von (gestörter) Kommunikation; ein wesentlicher jedoch, der in der breiten Öffentlichkeit gerne ignoriert wird, ist der, daß man jenen Leuten nicht deutlich genug ihren Anteil am Kommunikationsdefizit aufzeigt und vorhält. Es gilt also, die Signale dahingehend zu hinterfragen, ob sie auch das halten können, was sie vorgeben zu versprechen. Und dies müßte gerade auch dem jeweiligen Sender gegenüber unmißverständlich klar gemacht werden.
2. Beispiel: Online Bestellung und E-Mail Information
oder: Werden Briefe heutzutage überhaupt noch richtig gelesen?
Ich bestelle online günstige Fahrkarten für die Bahn, dazu noch zwei Kleidungsstücke, die ich allerdings auch in einer nahegelegenen Filiale hätte kaufen können.
Da ich vermeiden möchte, daß die Bahntickets bei mir faktisch nur als Schnäppchenlockvogel Wirkung entfalten können, schreibe ich eine erläuternde E-Mail.
Lesen Sie zunächst meine Mail, dann die jeweiligen Antworten; abschließend sollte an Hand einiger Leitfragen der Kommunikative Aspekt etwas beleuchtet werden können.
Anmerkungen:
1) Konkrete Daten habe ich aus Datenschutzgründen mit “xxxx” ersetzt, was jedoch für das weitere Verständnis der Sachverhalte keine Einschränkungen bedeutet.
2) Farbliche Hervorhebungen habe ich wegen deutlicherer Lesbarkeit hier (also nicht im Original) hervorgehoben.
3) Wenn in den folgenden Mails auf “s.u.” verwiesen wird, dann handelt es sich um explizite Details des Buchungsvorganges oder um bereits bekannte Mailanhänge, die ich an dieser Stelle nicht mehr veröffentlicht und entsprechend heraus gekürzt habe.
A) Ich bestelle also zunächst ONLINE und erhalte dann korrekterweise folgende automatische Bestätigung dieser Bestellung per E-Mail:
Lieber Herr Buchenau, Kd.-Nr.: xxxxxxxxxx wir freuen uns, dass Sie im aktuellen Angebot von xxxxx etwas Interessantes gefunden haben und bedanken uns für Ihre Bestellung. Sie wird unter folgenden Vorauskasse-Auftragsdaten bearbeitet: Auftrags-Nr. Datum Anzahl Positionen Rechnungsbetrag ===================================================================
xxx 19.12.2007 3 208,93
===================================================================
Bitte bedenken Sie: Gemäss dem Motto "Jede Woche ...." sind die xxxx Artikel nur begrenzt vorrätig. Daher überweisen Sie bitte den o.g. Rechnungsbetrag innerhalb einer Woche auf folgendes Konto: XXXXX direct GmbH xxxxxx Bank xxxxx Konto-Nr. xxxxxxxxxxx BLZ xxxxxxxxx Bitte geben Sie in Ihrer Überweisung unbedingt Ihre Kundennummer an: xxxxxxxxxxxxx
B) Ich überweise unverzüglich den geforderten Betrag und schreibe gleichzeitig folgende E-Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren, 1) Ich habe soeben online die Überweisung des geforderten Betrages (s.u.) über die XXXXXXXX-Bank veranlasst. Er müßte also baldmöglichst bei Ihnen verbucht werden können. 2) Bislang hatte ich immer über die Kundennummer xxxxxxxxxxx bei Ihnen bestellt; bitte dafür sorgen, daß mir die Postwerbung nicht doppelt zugestellt wird. 3) Warum bieten Sie eigentlich die Zahlung per Rechnung (bislang mein Bestellverfahren) nicht mehr an? 4) Beim Bestellformular wäre es (auch für Ihre Erleichterung) hilfreich, wenn Sie eine Rubrik "evtl. vorhandene Kundennummer" zum Eintragen einfügen würden, damit bei Bestellungen ohne eingerichtetem Konto keine neue Kundennummer vergeben wird. 5) Wie Sie richtig gesehen haben, habe ich aus Gründen von Werbe- und Spamflut meine E-Mail Adresse geändert; bitte schicken Sie mir keine Werbung per Internet, da ich stets selbst online recherchiere. Auch bitte ich um sorgfältigen Umgang mit meiner Mailadresse (u.a. keine Weitergabe), damit ich sie nicht schon bald wieder ändern muß. Vielen Dank für Ihr Verständnis. Und nun kann ich mich ja auf baldige Lieferung freuen. Sollte der Zahlungseingang nicht baldmöglichst erfolgen, bitte ich um eine kurze Nachricht. Mit freundlichen GrüßenJoachim Buchenau
C) Ich erhalte nun folgende Antwort-Mail:
Ihre Kunden-Nr.: xxxxxxxxxxx
Sehr geehrter Herr Buchenau, vielen Dank füür Ihr Schreiben. Die Kundennummer xxxxxxxxxx ist die für Sie jetzt gültige Kundennummer. Wir freuen uns über Ihr Interesse an unserem aktuellen Angebot. Die Bahntickets werden auf dem Briefpostweg versendet, der - anders als beispielsweise bei Paketen - keine Möglichkeit der Nachverfolgung bietet. Aus versicherungstechnischen Gründen und zur Risikominimierung haben wir uns daher entschlossen, die Bahnkarten ausnahmsweise ausschließlich per Kreditkartenzahlung und Vorauskasse anzubieten. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie das Angebot per Kreditkartenzahlung oder per Vorauskasse bestellen. Teilen Sie uns hierzu bitte Ihre Wünsche mit. Für Ihr bisheriges Interesse möchten wir uns noch einmal bedanken. Mit freundlichen Grüßen Ihr XXXXXXXXX-Team
C) Ich schrieb angesichts der Tatsache, daß ich bereits bestellt und die Vorkassenzahlung erledigt hatte dann folgende Mail:
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrer u.g. Antwort schreiben Sie unter anderem bzgl. XXXXX-Bahntickets "Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie das Angebot per Kreditkarte oder per Vorauskasse bestellen".
Frage: Lesen Sie eigentlich die von mir geschickte Mail(s) richtig durch? Da steht klipp und klar, daß ich bereits bestellt habe, daß ich bereits per Vorauskasse bezahlt habe. "Teilen Sie hierzu bitte Ihre Wüünsche mit.", ergänzen Sie dann.
Welche Wünsche, außer vielleicht dem, daß ich zu der Bestellung nur mehr stehe, wenn sie so komplett wie bestellt ausgeführt wird. Ansonsten müßten Sie eben dann den überwiesenen Betrag zurücküberweisen.
Manchmal kann man sich wirklich sehr wundern ...
Mit freundlichen Grüßen
Joachim Buchenau
D) Darauf folgte dann folgende Antwort-Mail:
Ihre Kunden-Nr.: xxxxxxxxx Sehr geehrter Herr Buchenau, vielen Dank für Ihre E-Mail. Bitte entschuldigen Sie, dass wir Ihre letzte Email nicht zu Ihrer Zufriedenheit beantwortet haben. Wir wollten Sie mit unseren Erläuterungen lediglich informieren, warum bei dieser Bestellung ausnahmsweise keine Möglichkeit besteht, auf Rechnung zu bestellen. Ihre Zahlung haben wir erhalten und die Lieferung Ihres aktuellen Auftrages veranlasst. Die Sendung wird in den nächsten Tagen bei Ihnen eintreffen. Wir wünschen Ihnen schon jetzt viel Vergnügen mit Ihren XXXXXX Artikeln. Mit freundlichen Grüßen Ihr XXXXX-Team
Einige Leitfragen zu den o.g. Mails:
a) Welche Information ist im Schreiben B) unter Punkt 1 eigentlich völlig geklärt?
b) Ist damit der Bestellvorgang nochmals bestätigt worden?
c) Habe ich den in der Bestätigungsmail geforderten Zahlungsbedingungen entsprochen? Wie und wann?
d) Welche Teile meines Schreibens B) sind bei der “kommunikativen Aufbereitung” durch den Empfänger nicht beachtet, welche falsch interpretiert, welche umdefiniert worden?
e) Wo und wie hätte ich kommunikativ anders verfahren sollen, wie hätten Sie das formuliert, damit keine “unerwünschte” Interpretation hätte vorgenommen werden können?
f) Die Firma antwortet in der Mail D), daß sie mit den “Erläuterungen lediglich informieren” wollten, “warum bei dieser Bestellung ausnahmsweise keine Möglichkeit besteht, auf Rechnung zu bestellen.” Ist, und wenn ja, wie, ist diese Erläuterung tragfähig, dies vor allem vor dem Hintergrund der Mail c) (siehe dort die farbliche Hervorhebung)?
g) Kann man nach Würdigung von f) im Zusammenhang mit allen anderen Mails davon ausgehen, daß die Firma schlicht eine “kommunikative Fehlleistung” geleistet hat, die zwar nicht besonders gravierend in den Folgen, jedoch überflüssig und somit zumindest zeitlich belastend wirkte?
h) Warum fällt es Menschen eigentlich häufig so schwer, schlicht und einfach zu sagen, daß man einen Fehler gemacht hat und das Suchen nach überflüssigen Rechtfertigungen zu unterlassen?
3. Beispiel: Schweigen in Konferenzen und bei Besprechungen
oder: Wie Schweigen produziert wird, um so Kritik zu unterbinden.
Wer kennt das nicht: Die sogenannte Führungsetage schlägt etwas vor, stellt es scheinbar zur Diskussion, begegnet jedoch etwaigen Gegenargumenten mit Vorwürfen wie “mangelnder Teamfähigkeit”, “unprofessionelle Einstellung”, “Ausreden, um persönliche Präferenzen zu verfolgen”, “mangelnde Einordnungsbereitschaft”, “Verkennung der Arbeitsabläufe”, “mangelndes Gespür für Optimierung und Zielsetzung”, u.a.m. Wer dann berechtigterweise Vorhaben als “sinnlos”, “blinden Aktionismus”, “Scheinverbesserungen”, “in einer schlechten Input-Output-Relation stehend”, “unreflektiert”, “unangemessen belastend”, um nur einige Argumentationslinien zu nennen, sieht sich oft sehr schnell in die Ecke sogenannter Antihaltungen gestellt. Dies geschieht sehr schnell, jedenfalls ohne die notwendige diskursive Auseinandersetzung, die notwendige Voraussetzung für eine wirkliche Beurteilung von Vorschlägen und deren Kritik wäre. Es geht schlicht oft einfach darum, Recht zu behalten, seine Macht durchzusetzen, vielleicht auch nur mangels besserer Einsichten, wie gegenwärtigen Widrigkeiten und Herausforderungen adäquat und effizient zu begegnen wäre, was dann durch blindwütiges Agieren gleich dem Pfeifen im Walde kompensiert wird. Die für derartige – doch häufig bezogen auf die eigentliche Aufgabenstellung mehr als sinnlosen Maßnahmen – Unterfangen geeigneten Euphemismen zwecks Öffentlichkeitsdarstellung und Legitimation (die freilich nur bei einfachen Geistern verfängt, die bekanntlich aber leider fast immer die Mehrheit ausmachen) sind schnell gefunden. Es ist ja auch einfach, sich hinter Allgemeinplätzen und hochtrabenden Floskeln zu verstecken – sei es bewußt oder auch nur unbewußt –, denn jene sind besonders schwer zu konkretisieren und jeder kann sie entsprechend seiner Vorliebe positiv besetzen. Ein klassisches Beispiel ist der Begriff “Teamfähigkeit”, als ob “Team” per se schon etwas Positives wäre. Auch bei “Innovationsfähigkeit” gälte es zunächst die Richtung dieser “Innovation” kritisch zu prüfen, für die man dann eventuell begeistert in den Kreis der Auserwählten aufgenommen würde. “An einem Strang ziehen”, das ist ein weiteres beliebtes Mittel, um kritische Geister zu disziplinieren.
Was Wunder, wenn nach entsprechend langer Ausübung dieser Art von “Diskussionspraxis” eine merkwürdige Spaltung der prinzipiell möglichen Diskussionsgruppierung erfolgt: In die Radfahrer (vulgär: Arschkriecher), die sich aus ihrem affirmativen Verhalten früher oder später Vorteile erhoffen (die freilich bereits bei einer statistischen Wahrscheinlichkeitsanalyse sich oft als relativ unrealistisch herausstellen würden und damit den kriecherischen Aufwand als mehr oder weniger absurd erwiesen, etwa wenn nur 2% einer Belegschaft gemäß Vorgabe theoretisch in den Bezug von Vergünstigungen wie Leistungszulage etc. kommen können), dann in die große Gruppe der immer gleichgültiger werdenden Mitarbeiter (die versuchen, ohne großen Aufwand, vor allem ohne große analytische Denkleistung, ihre Zeit zu verbringen, die Arbeit so durchschnittlich ohne großen innovatorischen Impetus “erledigen” und ihre Stimme nur mehr dann erheben, wenn sie es für opportun erachten, ihre Anwesenheit und vermeintliche Beteiligung an Entscheidungsfindungen zu simulieren, damit ihnen keine innere Emigration vorgeworfen werden kann und dann letztlich die dritte Gruppe der nach Innen Emigrierten, die sich am Geschehen geistig überhaupt nicht mehr beteiligen, weil sie die Sinnlosigkeit (und leider auch die Kontraproduktivität bezogen auf die eigene berufliche Alltagssituation) längst verinnerlicht haben und es verstehen, ihre Kräfte angemessen einzuteilen.
Ich denke, daß es sich in diesem Kontext um die schlimmste Form von Kommunikationsstörung handelt, denn hier sind längst der Zeitpunkt und der Ort des Unterbindens, der Korrektur abhanden gekommen; die “Kommunikation” ist entglitten, irreparabel in den allermeisten Fällen. Schweigen, Passivität, Scheinbeteiligung gehören zu den konstitutiven Elementen in derartigen sozialen Kontexten, unkritische Affirmativität gerät zur Tugend (des Überlebens). Was das für die Gesamtzielsetzung faktisch bedeutet, liegt auf der Hand. Daß eine Organisation, in der das hier beschriebene Organisationshandeln leitend ist, in der faktisch mehr oder weniger subtile Formen von Repression wirksam werden, in der (mehr oder weniger wohl verborgene) Formen von Gleichgültigkeit und Resignation dominieren, auch nicht durch ein Auswechseln von Führungspersonal wieder auf eine produktivere Schiene zu leiten ist, ergibt sich bereits aus der Tatsache, daß einschlägige Verhaltensweisen internalisiert sind und schließlich zur Persönlichkeitsstruktur, zur Charaktermaske versteinern. Das Lachen ist in mehrerlei Hinsicht eingefroren. Es bleibt nur die Frage, wie lange diese Formen an Selbsttäuschung auf den unterschiedlichen Ebenen weiter kultiviert werden können. Am Beispiel der Schule kann man dieses Phänomen seit Jahren recht gut beobachten, aber auch die sogenannte freie Wirtschaft liefert immer wieder erschreckende Beispiele für diesen Abbau an Motivation.
Wer in seiner Arbeitswelt keine Befriedigung findet, wem Anerkennung versagt bleibt, wem faktisch zu verstehen gegeben wird, daß er mehr oder weniger nur als folgsamer Vasall geduldet ist, wem man dann noch in diesen wirtschaftlich nicht gerade rosigen Zeiten mit aufgezwungenen Veränderungen droht (Motto: “Mal sehen, ob Sie noch in unser Team passen.”, “Wer nicht ins Team paßt, der kann ja gehen.” “Zum Jahresende werden wir uns wohl von ein paar wenigen Herrschaften trennen müssen.” “Es ist notwendig, sich Gedanken zu machen, wer zur Versetzung ansteht.”), der wird auch keine gesunde Arbeitspersönlichkeit sein können, der wird auch keine brauchbare Arbeitsmoral aufrecht erhalten können.
Man könnte auch festhalten, daß aus der vermeintlichen Mücke “unbefriedigender Kommunikationsstruktur” ein Elefant der “Kontraproduktivität hinsichtlich persönlicher und allgemeiner Situation” gewachsen ist. Dem gilt es – wo es noch möglich ist – rechtzeitig und wirksam entgegen zu wirken.
4. Beispiel: Wir wollen den mündigen, kritischen Bürger
oder: Wie und wo Scheinheiligkeit oder Dummheit virulent werden könnten.
Der Bürger wird von Politikern besonders dann ob seiner Mündigkeit gelobt und hofiert, wenn Wahltermine näher rücken. Auch wenn sie vorbei sind, wird vor allem von den Wahlgewinnern das “Urteil” des “Souveräns” beglückwünscht. Rührt sich der Bürger jedoch mit seinem Geist nicht in der Weise, wie sich die Konformitätsapostel das so vorstellen, dann ist man schnell mit der Schelte bei der Hand. Wer also im Spiel zwischen Beschwichtigungsversuchen, Produzieren von Ängsten, Machterhaltung um jeden Preis nicht das gebotene Maß an Ahnungslosigkeit, Zurückhaltung, Enthaltung, also: Passivität, aufzubringen bereit ist, wird sehr schnell zum Gegner von Demokratie, nicht selten genug zu deren Feind definiert. Oft begnügt man sich auf Seiten der jeweils Herrschenden auch mit dem Hinweis, man wisse eben nichts von den Hintergründen, man könne den komplexen Sachverhalt (im Gegensatz zu den sich meist für hochkompetent haltenden Politikern) nicht durchdringen und verstehen.
Jüngstes Beispiel ist wieder einmal mehr unser aller Sicherheitsfanatiker Wolfgang Schäuble. Der Mann, der nie müde wird, aus seiner subjektiven örtlich durchaus beschränkten Rundumperspektive Gefahren an die Wand zu malen, der Überwachung aus “Vernunftgründen”, um dem “öffentlichen Sicherheitsbedürfnis zu entsprechen” unaufhörlich fordert (fast im Prinzip schon an das berühmte “cetero censeo Carthaginem esse delendam” erinnernd, zwar nicht was die Qualität betrifft, wohl aber was die Hoffnung auf Wirkung der “Steter-Tropfen-höhlt-den-Stein-Methode” angeht), hat schon wieder eine wirklich “überzeugende” Leistung abgeliefert. Entgegen all den Befürchtungen aus räumlich stärker Betroffenen, vor allem auch entgegen den Warnungen aus Polizei- und Sicherheitskreisen, sieht nun der ansonsten immer so ängstlich agierende Schäuble durch die Öffnung der Grenzen mitnichten ein weniger an Sicherheit auf uns zukommen, sondern, man glaubt es aus seinem Munde kaum, ein mehr an Sicherheit sei nun vorhanden. Dabei führt er bessere Zusammenarbeit und Schleierfahndung als subjektiv gewertete “Beweismittel” an. Ja, der Mann weiß Bescheid, das muß man ihm lassen. Mich erinnert er schon ein wenig in seinem Kommunikationsverhalten an die Wendebewegungen eines Wettergockels auf den Dächern der Beliebigkeit. Motto: Hauptsache ist, man wird immer gehört. Wie hätten Sie’s denn gerne? Ich bediene ...
“Si tacuisses!” könnte ich diesem Herrn mehr als es für einen teuer bezahlten Politiker angemessen wäre, zurufen. Dabei unterdrücke ich freilich die zweite Hälfte des “philosophus mansisses”, denn die setzte voraus, daß man erst einmal das gewesen sein muß, was man dann logischerweise auch bleiben könnte. Schäuble als Philosoph ist wahrlich eine abenteuerliche Vorstellung. Dafür ist seine Rede zu unausgegoren, sein Denken zu wenig scharfsinnig, wohl auch zu beliebig. Zumindest sehe ich das so. Wer es begründet anders sehen kann und will, bitte, wir sind ein (noch umfassend?) freies Land.
Nun möchte ich freilich nicht gegen die Grenzöffnungen zu Felde ziehen. Schon gar nicht will ich der rückständige Europäer sein, dessen Erscheinungsform viele Europa-Apologeten beschimpfen und rügen aber faktisch in ihrer konkreten eigenen persönlichen Erscheinungsform selbst abgeben, dies freilich entweder aus Wunschdenken (“Ich bin ein guter Mensch!”) oder aber aus Opportunismus (“In der Öffentlichkeit muß ich anders reden und mich entsprechend geben als ich persönlich im stillen Kämmerlein denke und hoffe.”) heraus. Aber so einfach und problemlos scheint es doch bislang mit kriminellen Machenschaften im Zusammenhang mit der Abschaffung des “eisernen Vorhangs” nicht gelaufen zu sein. Das Problem ist zumindest bezifferbar und somit benennbar. Und solange nicht hier wirksame Vorsorge und Schutz für die große Masse der Bevölkerung (übrigens auf beiden Seiten der ehemaligen Grenzlinien) betrieben und geschaffen wird, ist die Verabreichung verbaler Beruhigungspillen deplaziert, wohl auch von Spuren der Absurdität gekennzeichnet.
Ich kann mich nicht des Gedanken erwehren, daß Herr Schäuble sich die Dinge immer gerade so zurecht legt, wie sie ihm in den Kram passen, dabei sorgsam auf das für ihn gebotene Maß an Populismus achtend. Nein, wirklich nicht, wer so agiert, der ist mit den derzeitigen Diäten mehr als ausreichend alimentiert. Mehr braucht es da wirklich nicht.
Nun suggeriert der Untertitel, daß Scheinheiligkeit und Dummheit virulent werden (können).
Wer sich nun Teile dieser Argumentationsweisen – ich meine Politikerlob und Politikeransichten – so zu eigen macht, daß sie nicht im Kontext auf ihren Wahrheitsgehalt hinterfragt und auf ihre Ideologiebezogenheit abgeklopft werden, der rückt sich selbst in die Nähe von Dummheit (denn der erste Schritt dorthin ist die Weigerung sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, der zweite dann, sich mit oberflächlicher Information zufrieden zu geben, weitere entsprechend gerichtete Schritte sollten die Leser selbst herausfinden), aber auch von Scheinheiligkeit, wenn Argumente je nach Belieben zurechtgebogen werden. Die Politiker haben freilich das Recht – übrigens wie jeder andere auch – frei zu denken, ihre Überlegungen frei auszusprechen, ungeachtet dessen wie gescheit oder wie dumm sie auf die Allgemeinheit wirken mögen. Aber den Bürgern obliegt es, sich selbst davon zu befreien, unreflektiert auf die vielen Schnellschüsse aus Politikermund (und aus anderen Mündern und Federn) vorschnell zu reagieren, sich geradezu solidarisch zu zeigen. Man verfolge die Aussagen jener Personen des öffentlichen Zeitgeschehens gründlich, mit der gebotenen Distanz zwecks gründlicher Würdigung, forste nach Widersprüchen und sich daraus ergebenden Zweifel an Glaubwürdigkeit, frage vor allem immer wieder nach und – extrem wichtig – zeige Zweifel deutlich, weise auf inakzeptables Verhalten hin und gebe gegebenenfalls den Leuten nicht mehr das Forum, das sie zur Etablierung ihrer Pseudowichtigkeit (die freilich durch die erhaltenen Positionen zumindest temporär eine gewisse Faktizität erhält, dies mit den Folgen der Auswirkungen auf das Wahlvolk) als Nährboden brauchen. “Man stelle sich vor, Politiker reden und keiner geht hin” sei in Anlehnung an einen bekannten Satz über den Krieg vorgeschlagen. Man kann auf diese Lächerlichkeit vorgehaltener Mikrophone zur Kommentierung jedes auch noch so leisen Geistesfurzes sehr wohl ebenfalls verzichten. Es müßte einmal ein Anfang gemacht werden: Jenen, denen zuzuhören es wert ist, dies zeigen, aber all den vielen, deren Ergüsse nichts als ein Sturm im Wasserglas sind ebenso. Die Spreu vom Weizen trennen, die guten in das Kröpfen, die schlechten in das (Nacht-)Töpfchen. Dies freilich nur im übertragenen Sinn gemeint, aber dann diese Schlußfolgerung doch brauchbar materialisiert. (Ich war einmal auf einer Parteiveranstaltung de FDP in einer größeren Stadt und zu vier Referenten kamen nur drei Zuhörer, was – zugegebenerweise – jene Veranstaltung nicht verdient hatte, aber viele dieser “Politspielchen” wären damit sehr wohl gerechtfertigt abgestraft: dies in dem Sinne, daß einmal Besinnung und geistige Einkehr vor Selbstherrlichkeit und Selbstzufriedenheit ihren Rang erhielten.)
Leitfragen:
a) Welche unterschiedlichen Äußerungen hat Herr Schäuble, haben andere Personen, in den letzten Jahren zur Grenzöffnung, zum Wegfall der üblichen Grenzkontrollen gemacht?
b) Wie oft und in welchen Zusammenhängen hat sich Herr Schäuble Ihrer Meinung nach in seinen Aussagen und Stellungnahmen in seiner bisherigen Amtszeit korrigieren müssen? Wie oft hat er sich “falsch verstanden” gefühlt? Klären Sie dies über seine jeweils tatsächlichen Aussagen aus Bundestagsprotokollen, Zeitungsberichten, evtl sofern noch möglich Interviews in TV und Radio.
c) Sammeln Sie Aussagen, die Politiker zu verschiedenen Themen gemacht haben und prüfenSie, inwieweit dabei Verbindlichkeit gegeben ist, inwieweit konkrete Abgrenzung erfolgt ist (also Klarheit und Eindeutigkeit in der Terminologie), inwieweit sie später wieder “umgefallen” sind, “falsch wiedergegeben” wurden und vor anderem Adressatenkreis wieder völlig anders – eben opportun – argumentiert haben. (Natürlich sollte sich aus einer derartigen ‘Sammlung’ auch ein Fundus an stimmiger, seriöser Positionsbestimmung ergeben, denn die Qualität unserer Politiker dürfte recht unterschiedlich sein.
d) Prüfen Sie einmal nach, wie häufig die Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihren Äußerungen nach Treffen, Besprechungen, etc. wirklich Substantielles von sich gibt, also vor allem: wie oft ganz konkrete Tatsachen und Beschlüsse formuliert werden. Stichwort: Anteil der jeweiligen Unverbindlichkeiten prüfen.
5. Beispiel: “Du haben wohl ‘was gegen Ausländer!”
oder: Wie Ursache und Wirkung (bewußt) vertauscht werden.
Vorab ein kleiner Hinweis auf ein anderes kommunikatives Problem. Wie darf man bestimmte Leute heutzutage noch benennen, ich meine: um sie eindeutig zu bezeichnen? Früher durfte man z.B. problemlos “Neger” zu einem dunkelhäutigen Menschen sagen, heute wird dies in weiten Kreisen als diffamierend oder gar rassistisch abgelehnt. Einen “Mohrenkopf” (ich meine diese Leckerei) darf man auch nicht mehr so nennen, schon gar nicht “Negerkuß”. “Farbiger” (Am: colored people) ist auch nicht mehr als ‘politisch korrekt’ akzeptiert.
Hier bietet sich an, einmal über die sprachliche Entwicklung und ihre (sozialen) Hintergründe nachzudenken. Diese Formen von Bedeutungsverschiebungen kann auch in anderen Kontexten, allerdings jeweils abhängig vom Kommunikationsgefüge, problematisch werden. “Geil” ist auch so ein Wort, das mittlerweile längst seines eindeutigen sexuellen Bezuges entkleidet worden ist und zu einer Allgemeinfloskel verkommen ist, die alles und nichts bedeuten kann. Trennschärfe kennzeichnet jenen Begriff jedenfalls nicht mehr. Wie eindeutig war “früher” da doch dieses “Ich bin geil!”.
Wie schaut es nun mit der Bezeichnungen für “ausländische Mitbürger” aus? Es scheint jedenfalls nicht einfacher, schon gar nicht eindeutiger und damit trennschärfer geworden zu sein. Wenn ich im folgenden Dialog mit “Lehrer” und “Türke” arbeite, dann aus m.E. legitimen Vereinfachungsgründen. Es geht darum, einen Dialog, der eine Kommunikationsstörung aufzeigt, zu präsentieren. Die Personen dürften in häufigen, gleich oder ähnlich gelagerten Fällen austauschbar sein. Renitenz findet man bei allen Nationalitäten, die hoffentlich weitaus überwiegende Anständigkeit und Korrektheit im Verhalten, vor allem die Einsicht in eigene Verantwortungsbereiche ebenso. Man solle sich also nicht an dem “Türke” stören, aber im berichteten Fall war es nun einmal ein Türke, der dieses Verhalten zeitigte. Natürlich kenne ich andere Begriffe wie “Mitbürger türkischer Herkunft” (wobei das “Mit-” bereits unterschiedliche Konnotationen wieder zuläßt, von qualitativer Verantwortung bis hin zu rein numerischer Deskription), “deutscher Bürger türkischer Nationalität” (einfach ein blödsinniger Widerspruch, wie ich meine), “türkischer Mitbürger” (wenn die qualitativen Aspekte beachtet werden durchaus eine wertschätzende Bezeichnung, wie ich meine), “Osmano-Germane” (was ich eher als unschön, weil abwertend klingend, auch wenn es sprachlich so nicht ausweisbar ist), “Deutsche mit Immigrationshintergrund” (Was aber, wenn sie auf ihrer türkischen Nationalität und Herkunft bestehen?), um nur einige mehr oder weniger gebrauchte Bezeichnungen zu nennen.
Nochmals: Der “Türke” in meinem Beispiel soll lediglich der darstellerischen Einfachheit dienen, zumal jener Bürger stets auf seiner türkischen Herkunft besteht, die deutsche Nationalität konsequent ablehnt (was m.E. sein gutes Recht ist) und somit mit “Türke” gewiß respektvoll bezeichnet ist.
Lehrer: “Du hast deine Hausaufgabe wieder einmal nicht gemacht. Warum nicht?”
Türke: “ Ich habe nicht verstanden, daß etwas auf gewesen ist.”
Lehrer: “Ich habe die Hausaufgabe deutlich aufgegeben und dabei auch verlangt, sie in das Hausaufgabenheft einzutragen.”
Türke: “Schauen Sie in mein Hausaufgabenheft. Da steht nix drin. Also war auch nix auf.”
Lehrer: “Du mußt die Hausaufgabe machen, damit du üben kannst. Du brauchst diese Übung.”
Türke: “Ich brauche nix. Ich habe nix von Hausaufgabe gehört. Sie müssen besser sprechen.”
Lehrer: “Du mußt besser zuhören, ich denke, ich spreche deutlich und laut genug.”
Türke: “Aber wenn ich doch nix gehört habe.”
Lehrer: “Du mußt halt aufpassen, wenn andere sprechen. Du mußt auch zuhören können.”
Türke: “Mir egal. Ich habe halt keine Hausaufgabe. So ‘n Scheiß alles. Fuck it.”
Lehrer: “Also, Du machst die Hausaufgabe bitte bis zur nächsten Stunde nach.”
Türke: “Du haben wohl ‘was gegen Ausländer. Immer gegen mich. Nur ich. Andere sind auch noch da.”
Lehrer: “Die haben aber ihre Hausaufgabe.”
Türke: “Ist mir doch egal. Aber immer gegen Ausländer.”
Lehrer: “Ich habe nichts gegen Ausländer. Ich rüge dich wegen fehlender Hausaufgabe. Das hat nix mit deiner Nationalität zu tun.”
Türke: “Doch, Sie sind gegen Ausländer. Lassen Sie mich doch in Ruhe. Mir egal.”
Leitfragen:
a) Wie hätten Sie das Gespräch an des Lehrers Stelle geführt?
b) Welchen Zusammenhang haben Pflichterfüllung und Nationalität ihrer Meinung nach?
c) Wie läßt sich die Verlagerung des Gesprächs auf die unsachliche Ebene vermeiden?
d) Wie ist die gezeigte “Gleichgültigkeit” gegenüber den Anforderungen psychologisch zu interpretieren? Gibt es Gegenstrategien?
e) Welche Kulturleistungen und kulturellen Anforderungen könnten hier kontraproduktiv wirken?
f) Haben Sie selbst Erfahrungen dieser oder ähnlicher Art gemacht und wie sind Sie damit umgegangen?
g) Was war dabei besonders erfolglos bzw. erfolgreich? Welche Einsichten haben Sie gewonnen?
g) Betreffen derartige Problemlagen Menschen mit Migrationshintergrund besonders und wenn ja, warum?
6. Beispiel: Man muß um die Folgen im Gespräch mit Besoffenen wissen ...
oder: Wie merkwürdig Formen der Rechtfertigung entarten können.
Laut Meldung vom 23.12.2007 haben in München ein 20-jähriger Türke und ein 17-jähriger Grieche einen Rentner schwer zusammengeschlagen. Zuvor hatten sie ihn bespuckt und als “Scheiß Deutscher” beschimpft. Der Rentner erlitt einen mehrfachen Schädelbruch mit Einblutungen ins Gehirn sowie andere schwere Verletzungen.
Anlaß war, daß der Rentner diese beiden Herren gebeten hatte, in der U-Bahn nicht zu rauchen. Obwohl der Rentner damit in Konformität mit der allgemeinen Gesetzeslage, wohl auch auf der Basis sozialverträglicher Interaktion handelte, nahmen diese beiden der Polizei als Serientäter bekannten Zeitgenossen diese Aufforderung zum Anlaß, erneut extrem gewalttätig zu werden.
“Wegen der beispiellosen Brutalität – so trat der 17-Jährige heftig gegen den Kopf des 76-jährigen Rentners – droht ihnen möglicherweise eine Anklage wegen versuchten Mordes, sagte Staatsanwalt Florian Weinzierl” (web.de, 23.12.2007).
Der Vorfall wurde mit einer Überwachungskamera aufgezeichnet, was letztlich mit zu der schnellen Festnahme der Täter führen konnte. “Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie der alte Mann kurz darauf in der Station zu Boden geschubst wurde. Immer wieder haben ihn die beiden dann geschlagen und getreten. Schließlich nahm der 17-Jährige mehrere Meter Anlauf und trat so kräftig gegen den Kopf des Mannes, dass er sich selbst verletzte. Der Rentner blieb am Boden liegen. Die Schläger flüchteten mit dem Rucksack des Opfers.” (ebd.)
Zuvor hatten die beiden Verbrecher einem flüchtigen Bekannten (einen 20-Jährigen aus Göttingen, den sie kurz zuvor kennen gelernt hatten), mit dem sie durch Münchner Kneipen gezogen waren, ein Handy mit Gewalt weggenommen und der Grieche rief Bekannte an, dabei dem Opfer einen Tritt versetzend und sagte zu seinem Handy-Gesprächspartner: “Jetzt wirst du gerade Zeuge, wie ich einen Deutschen umbringe!” (ebd.) Diese mit dem entwendeten Handy geführten Telefonate wurden den üblen Zeitgenossen zusätzlich zum Verhängnis.
Bei seiner Festnahme zeigte der Grieche keinerlei Reue und sagte nach Polizeiangaben sinngemäß, was der Rentner ihn denn anlabere, er habe doch gesehen, daß sei besoffen gewesen seien und da wären doch alle dann aggressiv.
Die beiden vermutlichen Gangster sollen bei ihrer Kneipentour exzessiv Alkohol und Drogen zu sich genommen haben.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann hat im bayerischen Rundfunk am 24. Dezember 2007 angekündigt, hart durchgreifen zu wollen. Nach Möglichkeit wollten sie den türkischen Straftäter ausweisen, bei dem Griechen sei dies rechtlich allerdings nicht möglich, weil er EU-Bürger sei. Herrmann wörtlich vor dem Hintergrund der kriminellen Biographie dieser beiden Täter: “Die beiden hätten längst hinter Schloß und Riegel gehört. Bloß weil es sich um Jugendliche handelt, können wir nicht so nachsichtig sein.” (Bild-Zeitung)
Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vielleicht auch die Tatsache, daß sich auf die Veröffentlichung der Überwachungskamerabilder kein einziger Zeuge gemeldet hat, daß letztlich nur durch die Handyeinbeziehung die Festnahme erfolgen konnte; so trugen die Bilder “nur” zum Indizienbeweis bei, was wahrscheinlich die Vernehmung stark unterstützte.
Leitfragen zu diesem Text und ähnlich gelagerten Vorfällen:
a) Die Täter stellen fest: “Der Mann ist doch selber schuld.” Wie beurteilen Sie diesen Sachverhalt unter Zugrundelegung der Tatsache, daß die Täter durch Konsum von Drogen und Alkohol eventuell juristisch gesehen “vermindert schuldfähig” sind?
b) Wie gestaltet sich die “Kommunikation” im vorliegenden Fall konkret? Zeigen Sie die unterschiedlichen “kommunikativen Handlungsebenen” auf, auch die, welche sie keineswegs akzeptieren können und wollen.
c) Wie sehen Sie den Aspekt, daß Personen, die sich bewußt dem Drogenkonsum und Alkoholgenuß aussetzen in der Folge der Auswirkungen bei verursachten Handlungen als “vermindert schuldfähig” beurteilt (und, sofern überhaupt, verurteilt) werden?
d) Erkennen Sie vor dem Hintergrund krimineller Abläufe die Notwendigkeit einer anderen, vielleicht sogar völlig neuen Gewichtung bei Institutionalisierung und Gebrauch von Datenspeicherungen, Überwachungssystemen, etc., damit im besten Fall eine erhöhte Qualität der Gefahrenabwehr, im schlimmsten dann wenigstens eine schnelle Täterergreifung zu sichern ist?
e) Welche Ergebnisse erwarten Sie aus den Andeutungen des bayerischen Justizministers in der konkreten Praxis? Spiegeln Sie Ihre Überlegungen an dem Geschehen um den berüchtigten Türken “Mehmet” und dessen strafrechtlichen Konsequenzen (Sie erinnern sich bestimmt an das Hick-Hack um die häufigen – erfolglosen – Ausweisversuche in die Türkei.)
f) Welche sozialen Hintergründe sehen Sie in diesem kriminellen Umgang mit Konflikten und welche kompensatorischen Maßnahmen oder/und Methoden können sie vorschlagen?
g) Wie sollte der Staat mit “unverbesserlichen” Delinquenten verfahren?
i) Auch hier wird sich wohl irgendwann wieder das Täter-Opfer-Verhältnis zur Diskussion aufdrängen: Wie sehen sie diese Problematik in der deutschen Rechts- und Sozialpraxis behandelt resp. gelöst? Welche Ansätze zur Problemlösung würden Sie vorschlagen?
j) Halten Sie es gerechtfertigt, daß in der Kriminalstatistik eine differenzierte Aufstellung von Tätern und deren Hintergrund geleistet wird oder sehen Sie da eher die Gefahr einer Diffamierung von (unschuldigen, in konkreten Strafverfahren nicht involvierten) Minderheiten, die letztlich nicht für die Taten ihrer “Herkunftsgenossen” verantwortlich gemacht werden können? Wie beurteilen Sie die “Verallgemeinerungsgefahr” die sich aus einer derartigen Statistik ergeben könnte und nehmen Sie eine Güterabwägung ab, indem Sie z.B. das Sicherheitsbedürfnis als höheres Gut ansetzen, in einem anderen Gedankengang dann andere Präferenzen wählen und all die so erhaltenen Ergebnisse gegeneinander abwägen.
k) Sehen Sie im vorliegenden Fall auch Indizien für die allseits beklagte “Wegschaumentalität”?
l) Versuchen Sie eine Erklärung für das “Lernen am Erfolg” bei Straftätern, m.a.W.: Warum wird bei Rüpelhaftigkeit, Aggressivität, Fehlverhalten in der Öffentlichkeit, an Schulen, auf Sportplätzen nicht rechtzeitig und massiv gegengesteuert?
m) Welche Art von Beeinflussung sehen Sie durch sogenannte “Vorbilder” (z.B. Popstars, hoch dotierte Fußballspieler, Politiker) und deren konkreten Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit hinsichtlich allgemeiner Moral und ethischer Orientierung gegeben? Wie wirkt es sich wohl auf jugendliche Bürger aus, wenn ihre Idole auf z.B. auf dem Fußballfeld mit Fouls und Betrügereien (Vortäuschen von Regelverstoß der anderen, Erschleichung von Strafstößen etc.) glänzen dürfen (dies oft unter der positiven, verharmlosenden Begleitung von Kommentatoren) auftrumpfen und dieses Verhalten sich so langsam in “Normalität” verformt? Welche sinnvollen Gegensteuerungsmaßnahmen könnten Sie sich hier vorstellen?
n) Betrachten Sie Gruppen- und Massenphänomene und damit verbundene Bagatellisierungen im Sozialverhalten. Sehen Sie eine Differenzierungsnotwendigkeit zwischen schützenswertem Minderheitenverhalten und negativ zu sanktionierendem? Erstellen Sie einmal eine Liste aus Ihrem Umfeld, in dem sie problematische Verhaltensweisen und deren Verursacher bzw. Ursachen einerseits und die sozial erwünschten Verhaltensformen und deren Urheberschaft andererseits gegenüberstellen. Versuchen Sie dann, sozial unerwünschte Verhaltensformen einer möglichen Therapie zuzuführen – freilich zunächst nur gedanklich, danach jedoch je nach Ihrer sozialen Einbettung und ihrem gesellschaftlichen Kontext auch im praktischen Tun (und erschiene es Ihnen anfangs auch noch so unbedeutend ...)!
****** wird nicht weiter fortgesetzt ******
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